3. Spracheigenschaften#
In diesem Teil geht es darum, Python als Programmiersprache besser zu verstehen.
Jede Programmiersprache hat Eigenschaften, die das Programmieren prägen.
Wenn man diese Eigenschaften nicht kennt, entstehen in der Praxis unnötige Umwege, schwer erklärbare Fehler oder ungünstige Strukturen.
Analogie: Autofahren lernen
Stellen Sie sich vor Sie lernen Auto fahren mit einem Elektroauto.
Wenn Ihnen niemand ihnen in der 1. Fahrstunde sagt: das hier ist ein Elektroauto - da gibt es keine Gänge, dann denken Sie es ist „normal“, dass es keine Gänge gibt.
Im schlimmsten Fall kaufen Sie dann einen Benziner und wundern sich, dass es im 1. Gang bei 70km/h doch sehr laut ist.
Um sicher zu fahren („Programmieren“), sollten Sie Ihre Programmiersprache („Auto“) kennen!
Abb. 3.1 Python’s Eigenschaften#
Ziel dieses Kapitels ist es, ein Grundverständnis von Python aufzubauen, das Ihnen später beim Anwenden hilft.
Sie können typische Fehler schneller erklären und vermeiden.
Sie können Lösungen besser beurteilen, statt nur „Code zu kopieren, bis es läuft“.
Sie können Wissen später leichter auf andere Sprachen übertragen (z. B. MATLAB).
Lernziele
Nach diesem Kapitel …
können Sie erklären, was in Python Syntax ist (z. B. Einrückung/Blöcke) und typische Syntaxfehler wie
IndentationErroreinordnen.können Sie beschreiben, wie Python‑Code ausgeführt wird (Quelltext → Bytecode → Ausführung) und warum „interpretiert“ eine Vereinfachung ist.
können Sie Python‑Implementierungen und -Versionen unterscheiden und erläutern, warum CPython als Referenzimplementierung eine besondere Rolle spielt.
können Sie das Paradigma‑Konzept erklären und einordnen, warum Python multiparadigmatisch ist (strukturiert, funktional, objektorientiert).
können Sie erklären, wie Python mit Variablen und Datentypen umgeht und welche typischen Stolpersteine sich daraus ergeben (z. B. „gleich“ vs. „dasselbe“,
==vs.is, Fehler die erst zur Laufzeit auffallen).können Sie erklären, unter welchen Umständen Python‑Code Zustände im Speicher verändern kann (Seiteneffekte) und warum das insbesondere bei veränderlichen Objekten relevant ist.